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27.10.2022

Kanzler-Besuch: ein offenes Ohr für Belange des Handwerks

Bundeskanzler Olaf Scholz nutzte eine Stippvisite in München, um auf Einladung der hiesigen Handwerkskammer das Gespräch mit an der Energiewende beteiligten Gewerken zu suchen. Die E-Handwerke waren gleich dreifach vertreten, so u. a. durch ZVEH-Vizepräsident Hans Auracher.

Bild: ZVEH

Die meisten kennen ihn nur aus dem Fernsehen, die Handwerksvertreter, die am 22. Oktober auf Einladung von Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl ins Schulungszentrum der Handwerkskammer München gekommen waren, hingegen hatten die Chance, Bundeskanzler Olaf Scholz auch einmal ganz persönlich kennenzulernen. Denn Deutschlands Staatsoberhaupt nutzte auf eigenen Wunsch eine Stippvisite in der bayerischen Landeshauptstadt für ein Gespräch mit Vertretern aus drei, ganz wesentlich an der Energiewende beteiligten Gewerken, um sich persönlich ein Bild von den Herausforderungen zu machen, die insbesondere mit der Wärmewende einhergehen.

Mit von der Partie waren Vertreter aus den Elektrohandwerken, aus dem Bereich „Sanitär, Heizung, Klima“ sowie aus dem Schornsteinfeger-Gewerk. Die E-Handwerke wurden dabei vertreten durch ZVEH-Vizepräsident Hans Auracher, der in seiner Funktion als Landesinnungsmeister der bayerischen E-Handwerke teilnahm, durch Ute Giese, Elektromeisterin und Geschäftsführerin von Giese Energie- und Regeltechnik GmbH aus Puchheim, sowie durch Tobias Zach, Geschäftsführer des in Tacherting ansässigen Unternehmens Zach Elektroanlagen GmbH & CO. KG.  

Insgesamt eine Stunde nahm sich Olaf Scholz Zeit, um sich zunächst über die Arbeit der Schornsteinfeger sowie über die Funktionsweise von Pellet-Heizung sowie Wärmepumpe zu informieren. Warum letztere einen sinnvollen Beitrag zur Wärmewende leisten kann, erklärte ihm Ute Giese, die mit ihrem Elektrounternehmen längst in diesem Geschäftsfeld tätig ist.

Ganz besonders gut kam bei den Teilnehmern/-innen aus dem Handwerk jedoch an, dass sich der Bundeskanzler nach der 30-minütigen Präsentation im Schulungszentrum dem Gespräch mit den anwesenden Gewerken stellte und dabei selbst mit fundierten Fragen glänzte, die sein Interesse an den Belangen des Handwerks zeigten.

Während Hans Auracher die Möglichkeit hatte, das Thema „Fachkräftemangel“ zu thematisieren und darauf hinzuweisen, wie wichtig die duale Ausbildung als Basis für einen nachhaltigen Fachkräfte-Aufbau ist, signalisierte Scholz, sich durchaus Erleichterungen im Hinblick auf die Gesellen- und Meisterprüfung vorstellen zu können. Dabei sprach sich der SPD-Politiker im Sinne der E-Handwerke jedoch klar gegen eine Herabsetzung des Qualitätsanspruchs in der Ausbildung aus. Nachrichten, die man in den E-Handwerken gerne vernimmt.

Noch erfreulicher war, dass es dem elektrohandwerklichen Trio gelang, Deutschlands Staatsoberhaupt im Rahmen des Gesprächs noch für Hemmnisse in einem weiteren Zukunftsbereich zu sensibilisieren. So wiesen Giese, Auracher und Zach darauf hin, dass die Pflicht zur Beauftragung eines Gutachters bei der Abnahme größerer Photovoltaik-Anlagen (PV) den PV-Ausbau unnötig erschwere. Schließlich, so das Argument der drei Elektro-Experten, wäre die Abnahme solcher Anlagen fachlich problemlos durch Elektrobetriebe möglich und obendrein schon deshalb sinnvoll, weil es derzeit an allen Ecken und Enden an Gutachtern fehle.

Eine Botschaft, die bei Scholz auf fruchtbaren Boden zu fallen schien. Nach einer Stunde verließ die Kanzler-Entourage die Handwerksrunde, um zum nächsten Termin zu eilen. Der Eindruck, den Olaf Scholz dabei hinterließ, war jedoch durchaus nachhaltig. „Ich fand es beeindruckend, dass unser Bundeskanzler sehr genau zugehört hat, was die Energiewende für die einzelnen Gewerke bedeutet und wo diese Herausforderungen und Hürden sehen“, so das Fazit von Hans Auracher.

Quelle: ZVEH

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